Atembeschwerden

 

subjektive oder objektive Symptome, die die Inspiration und Exspiration betreffen.

Häufige Formen von Atembeschwerden sind Veränderungen der Atemfrequenz bis hin zur Atemnot oder zum Atemstillstand, Beklemmungsgefühl oder Schmerzen. Husten ist ein häufiges Atemgeräusch bei zahlreichen Erkrankungen der Lunge und des Herzens.

 Patienteninformation: Mögliche Differentialdiagnosen ausgehend vom Beschwerdebild und erste Maßnahmen durch den Patienten s. Tab.

Beschwerden

Wahrscheinliche Ursachen

Erste Maßnahmen

Schnelle Atemfrequenz

Schnelle Atmung: bei Neugeborenen > 45, bei Kleinkindern > 30 und bei Erwachsenen > 20 Atemzüge/Minute

Körperliche Anstrengung, psychische Belastung, Schmerzen, Fieber, Herz-, Lungenerkrankungen mit Sauerstoffmangel (Hypoxie), Blutarmut (Anämie), Schock

Wenn Ursache nicht offensichtlich und/oder Schmerzen bestehen, Hausarzt aufsuchen oder rufen

Schnelle vertiefte Atmung, evtl. Pfötchenstellung der Hände, Unruhe, Kribbeln

Zu tiefe Atmung bei psychischer Belastung, z.B. Angstanfall (Hyperventilation), Gehirnerkrankung, Azidose

Betroffenen beruhigen, mit erhöhtem Oberkörper lagern, zu langsamer Atmung auffordern, evtl. kurzfristige Rückatmung der Luft aus einer Plastiktüte. Bei anhaltenden Beschwerden Hausarzt rufen

Verlangsamte Atmung

Verlangsamte Atmung: bei Neugeborenen < 30, bei Kleinkindern < 20 und bei Erwachsenen < 12 Atemzüge/Minute

Normal im Schlaf, bei tiefer Entspannung, Schädigung des Gehirns, z.B. erhöhter Hirndruck, Vergiftungen (z.B. mit Schlafmitteln)

Wenn Ursache nicht offensichtlich, Hausarzt oder Notarzt rufen

Atemstillstand

Akute Erkrankungen von Lunge, Herz-Kreislauf-System oder Gehirn

Notarzt rufen und sofort Wiederbelebungsmaßnahmen (Reanimation)

Regelmäßige, vertiefte Atmung

Kussmaul-Atmung (Atmung) bei Azidose

Hausarzt oder Notarzt rufen. Betroffenen seitlagern und fortlaufend beobachten, wenn möglich Blutzucker messen

Atemtiefe nimmt zu und wieder ab, nach einer Atempause bis > 10 Sekunden erneuter Zyklus

Cheyne-Stokes-Atmung (Atmung)

Betroffenen seitlagern und Notarzt rufen, fortlaufend beobachten, bei Herz-Kreislauf-Stillstand Wiederbelebungsmaßnahmen (Reanimation)

Einzelne schnappende Atemzüge, zwischen denen lange Pausen liegen (Schnappatmung)

Fast immer Anzeichen des nahenden Todes

Betroffenen seitlagern und Notarzt rufen. Fortlaufend beobachten, bei Herz-Kreislauf-Stillstand Wiederbelebungsmaßnahmen (Reanimation)

Wechseln mehrerer gleichmäßig tiefer und kräftiger Atemzüge mit regelmäßig wiederkehrenden Atempausen

Biot-Atmung (Atmung), normal bei Früh- und Neugeborenen, bei größeren Kindern oder Erwachsenen Zeichen für erhöhten Hirndruck

Bei Verdacht auf erhöhten Hirndruck: Kopf hoch lagern, Notarzt rufen, fortlaufend Bewusstsein und Atmung kontrollieren

Langsame und sehr flache Atmung

Hypoventilation durch behinderte Atmung, Schmerzen (z.B. bei Rippenbruch), Erschöpfung

Hausarzt rufen

Atemnot

Atemnot, extrem starke Rückenschmerzen zwischen den Schulterblättern oder heftiger Schmerz hinter dem Brustbein, in die linke Schulter und den linken Arm ausstrahlend, Beklemmungsgefühl, Todesangst, Herzschlagunregelmäßigkeit, Schwitzen, Übelkeit, evtl. Erbrechen, Schwäche

Angina pectoris, Herzinfarkt, Aortendissektion, Aortenruptur

Betroffenen mit leicht erhöhtem Oberkörper lagern und beruhigen. Falls vorhanden Gabe von Nitrospray. Wenn eine Besserung ausbleibt, Notarzt rufen. Betroffenen fortlaufend beobachten, bei Herz-Kreislauf-Stillstand Wiederbelebungsmaßnahmen (Reanimation)

Atemnot, Beklemmungsgefühl in der Brust, Herzrasen, Schwindel, Zittern, gelegentlich Bewusstseinsstörungen

Herzinsuffizienz, Schilddrüsenüberfunktion, Unterzuckerung (Hypoglykämie), hoher Blutverlust, Koffein- oder Nikotinwirkung

Betroffenen mit leicht erhöhtem Oberkörper lagern, bei vermuteter Unterzuckerung Würfelzucker, süßen Saft oder Schokolade geben. Ansonsten Hausarzt rufen

Atemabhängige Brustschmerzen (verstärkt beim Einatmen), Atemnot und fliegender Atem, Blaufärbung der Lippen (Zyanose), Husten, Unruhe, Angst, Blässe, Schwitzen, Herzrasen, Herzschlagunregelmäßigkeiten

Lungenembolie

Notarzt rufen, Betroffenen mit erhöhtem Oberkörper hinlegen, Fenster öffnen, Betroffenen fortlaufend beobachten. Bei Herz-Kreislauf-Stillstand Wiederbelebungsmaßnahmen (Reanimation)

Atemnot, Schmerzen beim Atmen, hohes Fieber, Schüttelfrost, Husten und Auswurf, Mundgeruch

Lungenentzündung

Hausarzt rufen, Betroffenen leicht erhöht lagern, warm zudecken, Temperatur messen

Atemnot mit Husten, stechende Schmerzen im Brustkorb, oft asymmetrische Atembewegungen, Blaufärbung der Lippen (Zyanose)

Pneumothorax

Betroffenen aufrecht sitzend lagern und Notarzt rufen, fortlaufend beobachten. Bei Atemstillstand Wiederbelebungsmaßnahmen (Reanimation)

Atemgeräusche

Ziehendes Einatmen, Hustenanfall mit Blaufärbung der Lippen bei einem Kind

Einatmen eines Fremdkörpers

Kind bäuchlings in Kopfhängelage bringen, kräftig zwischen die Schultern klopfen. Wenn Fremdkörper nicht ausgespuckt wird, Notarzt rufen und Bemühungen fortsetzen

Mit bloßem Ohr hörbare Rasselgeräusche und Kurzatmigkeit oder Atemnot

Lungenödem

Sofort Hausarzt oder Notarzt rufen

Atemnot, erschwerte, pfeifende Ausatmung und Beklemmungsgefühl

Bronchialasthma, spastische Bronchitis

Bei schwerer Atemnot Hausarzt oder Notarzt rufen, sonst sofort Arzt aufsuchen

Beklemmungsgefühl

Diffuses Beklemmungsgefühl in der Brust oder hinter dem Brustbein und das Gefühl, nicht durchatmen zu können, evtl. auch Druckschmerz im Bereich einer Rippe

Psychische Ursachen wie Verkrampfung oder Angst, Refluxösophagitis, Hiatushernie, Interkostalneuralgie, Rippenbruch

Langsam und bewusst ein- und ausatmen, Wärmflasche. Bei anhaltenden Beschwerden Arztbesuch

Atembeschwerden: Beschwerden, wahrscheinliche Ursachen und Maßnahmen.

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